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5h Zugfahrt mit Baby

Meine zwei Schwestern und Ich machen jedes Jahr einen „Mädels-Städtetrip“. Das ist eine Tradition um gemeinsam Erinnerungen zu schaffen und Zeit zu verbringen. Diese möchte ich auch mit meiner Tochter teilen, deshalb war sie dieses Jahr zum ersten Mal dabei. Meine Schwester hatte durch Zufall entdeckt, dass der ICE von Nürnberg bis Wien nur knapp über 4h benötigt und das ohne Umsteigen. Über Wien habe ich schon von meiner anderen Schwester gehört, dass es eine sehenswerte und lebendige Stadt sein soll. Außerdem ist sie momentan als die „lebenswerteste Stadt“ ausgezeichnet worden. Deshalb ist die Entscheidung ziemlich schnell gefallen und wir haben direkt gebucht. Leider musste ich feststellen, dass die sehr günstigen ICE Preise nur für Erwachsene bis 26 Jahre gelten und ich mit 27 Jahren fast 20 € mehr zahlen musste. Mit 60 € pro Fahrt war es dann aber trotzdem okay für uns.

Da mir eine Freundin das Kleinkindabteil empfohlen hat, habe ich uns direkt die letzten zwei Plätze reserviert. Dabei konnte ich für 9,80 € Sitzplätze für bis zu fünf Personen reservieren, das nannte sich „Familienreservierung“. Die Option fand ich super. Leider war für meine Schwestern aber kein Sitzplatz mehr im Abteil frei.

Die Anreise

Unsere Anreise zum Bahnhof lief tadellos ab. Wir kamen pünktlich am Bahnsteig an, der Zug aber nicht. Der ICE kam, aufgrund technischer Probleme, ca. 15 Minuten später an. Das war aber nicht weiter schlimm. Da wir vorher geschaut haben in welchem Wagon unsere Sitzplätze waren, standen wir zumindest schon mal richtig am Bahnsteig. Letztendlich wollten aber so viele Menschen gleichzeitig mit uns einsteigen, dass wir in den Wagon vor unserem eingestiegen sind. Ich dachte mir in dem Moment nur, dass wir ja einfach mit dem Kinderwagen durch den Gang zu unseren Plätzen laufen können. Ihr denkt es euch sicher- das geht natürlich nicht, da der Gang zu schmal ist. Glücklicherweise sind wir aber genau bei dem Fahrradparkplatz eingestiegen, wo man den Kinderwagen parken konnte.

Der Einstieg war jedoch auch spannend, da man den Kinderwagen die steilen Stufen hochtragen musste. Wir haben anschließend noch einer Frau geholfen, die alleine mit ihrem Kind unterwegs war und zusätzlich zum Kinderwagen noch Koffer dabei hatte. Ich denke, vor allem wenn man alleine mit Kind reist, können Kleinigkeiten wie die Stufen eine große Herausforderung sein.

Das Kleinkindabteil

Mit Sack und Pack sind wir dann in dem Kleinkindabteil angekommen und ich war von der Größe wirklich positiv überrascht. Auf der rechten Seite gab es eine Sitzbank mit Tisch und links zwei einzelne Sitzplätze. Das ganze Abteil war außerdem durch eine Schiebetür vom Gang getrennt. Es war mehr als genug Platz, für meine große Reisetasche und den Koffer der anderen Familie, die die Sitzbank gebucht hatte. Die andere Familie hatte ihren Kinderwagen auch zusammengeklappt unten die Sitzbank geschoben. Für unseren Kinderwagen wäre neben unserem Doppelsitz auch noch Platz gewesen. Diesen haben wir auch auf der Rückfahrt dafür genutzt. Außerdem gab es eine ausklappbare Wickelkommode und eine Spielzeug S-Bahn vom Personal geschenkt.

Direkt neben dem Abteil gab es auf der einen Seite die Toilette und auf der anderen das Bord-Restaurant. Der Kaffee war also auch nicht weit entfernt.

Das Einzige, was ich zu bemängeln hatte war, dass der Boden sehr dreckig war. Es lagen überall Essensreste, Fusseln und allgemein Dreck herum.

Die Zugfahrten

Wir waren insgesamt knapp 5h unterwegs, da wir zwischenzeitlich noch etwas Verspätung eingesammelt haben. Auf der Hinfahrt kam es mir tatsächlich aber gar nicht so lang vor. Meine Tochter ist viel herumgekrabbelt, hat mit ihrem Spielzeug gespielt, aus dem Fenster geschaut, gegessen, getrunken und die letzte Stunde geschlafen. Bei der Hinfahrt sind wir früh morgens gegen 10 Uhr losgefahren und auf der Rückfahrt um 15 Uhr gestartet. Die Rückfahrt war für mich ehrlich gesagt sehr viel anstrengender. Die kleine Maus war übermüdet, hat am Tag schon viel erlebt, da wir im Museum waren, und kam nicht zur Ruhe. Ich bin mehrmals mit ihr in der Trage durch den Zug gelaufen, da sie so wenigstens etwas entspannter war. Bei der Hinfahrt dagegen war sie munter, zufrieden und sehr interessiert.

Im Nachhinein würde ich die Rückfahrt auch wieder auf den Morgen oder Vormittag legen, dann wäre es vermutlich für alle entspannter.

Bei beiden Fahrten war jeweils noch eine Familie mit Kleinkind in dem Abteil. Das hat super funktioniert, alle haben aufeinander Rücksicht genommen und waren z.B. ganz leise, als meine Tochter geschlafen hat.

Must-Haves

Was uns über die 4-5h Zugfahrt geholfen hat, waren gaaaanz viele Spielsachen und Snacks. Ich hatte einen extra Beutel mit Spielzeug gepackt und nacheinander neue Sachen herausgeholt, damit es nicht langweilig wird. Snacks und Trinken solltet ihr auch griffbereit haben, nicht nur für das Baby sondern auch für euch!

Außerdem hatte ich meine Trage (meine Tochter schläft darin am besten) und den Wickelorganizer in greifbarer Nähe. Als Tipp, falls ihr abends zur Schlafenszeit eures Babys fahrt: Zieht gleich den Schlafanzug an, dann ist euer Baby direkt fertig und kann (hoffentlich) daheim weiterschlafen.

Wenn euer Baby feste Schlafenszeiten hat oder Tageszeiten, an denen es besser gelaunt ist, würde ich dementsprechend die Zugfahrt buchen. Das kann euch wirklich einiges erleichtern.

Wenn ihr einen Buggy habt, den man zusammenklappen kann, ist das auf jeden Fall für das Kleinkindabteil von Vorteil, weil es weniger Platz wegnimmt. Falls ihr aber keinen habt oder noch eine Babywanne, passt mindestens ein aufgebauter Kinderwagen mit in das Abteil.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist: habt nicht zu hohe Erwartungen. Geht nicht davon aus, dass es super entspannt wird, ihr auch mal die Augen schließen oder ein Buch lesen könnt. Wenn es im Endeffekt genauso wird, könnt ihr euch umso mehr freuen :). Ich würde es auf jeden Fall nochmal machen und jeder Zeit wieder das Kleinkindabteil buchen, wenn es möglich ist.

Die Bahnhöfe

In Nürnberg mussten wir tatsächlich kurz nach dem Fahrstuhl suchen bevor wir ihn gefunden haben. Dieser ist immer an einem Ende vom Gleis. Aber am Ende hat alles zeitlich gut funktioniert. In Wien dagegen, gab es direkt mittig Aufzüge, die schnell und von überall erreichbar waren. Das hat wirklich auch einiges erleichtert. Ich denke auch, dass die meisten Bahnhöfe mittlerweile barrierefrei aufgebaut sein sollten. Habt ihr die gleichen Erfahrungen gemacht?

Ich hoffe ihr konntet einen kleinen Einblick in eine Zugfahrt mit Baby bekommen. Vielleicht bucht ihr auch bald eine Zugreise und macht einen Städtetrip zusammen?!

Eine schöne Woche!

Eure Dani

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