Ich war mächtig aufgeregt vor der Geburt und habe mir immer verschiedene Szenarien vorgestellt, wie alles ablaufen könnte. Letztendlich war es natürlich ganz anders und wunderschön. All die Gedanken und Sorgen waren wie weggeblasen als unsere kleine Maus da war. Die erste Zeit haben wir einfach nur gekuschelt, sie beobachtet und jeden Moment mit ihr genossen.
Nach der Geburt im Krankenhaus waren wir noch zwei Tage auf der Wochenstation, bevor wir entlassen wurden. Das ist, soweit ich weiß, auch die normale Zeitspanne für Spontangeburten ohne Auffälligkeiten. Das hört sich vielleicht lang an und ihr fragt euch möglicherweise was man die ganze Zeit dort macht. Aber die Zeit vergeht wie im Flug und ihr habt die Möglichkeit euch gegenseitig kennenzulernen, viel Haut auf Haut Kontakt, kuscheln, bestaunen und euch auszuruhen.
Aber nun einmal zum Ablauf und wie es bei mir war.
Meine Tochter kam an einem Samstag zur Mittagszeit im Krankenhaus auf die Welt. Direkt nach der Geburt, habe ich sie auf die Brust bekommen und wir lagen ca. 20min nur im Bett und haben gekuschelt. In diesem Moment hatte ich nur Augen für sie und alles andere war unwichtig. Ihr Duft und ihre kleinen Finger und Zehen waren einfach so süß. Anschließend haben mein Mann und Ich die Nabelschnur durchgeschnitten, sie wurde gewogen, gemessen, ein Fußabdruck gemacht und sie hat ihren ersten Body angezogen bekommen. Das alles ist noch im Kreißsaal passiert, wir waren also nie außerhalb ihrer Blickweite. Kurz darauf kam eine Doula, die gerade noch am lernen war und bei Geburten dabei sein wollte (unsere ging dann zu schnell, deshalb war sie zu spät). Sie hat mit mir dann die ersten Anlege-Versuche unternommen, die aber alle gescheitert sind. Tatsächlich war das für mich in dem Moment auch gar nicht schlimm, weil ich einfach so glücklich war mein Baby in den Armen halten zu können. Danach hat meine Hebamme noch Bilder von uns drei gemacht, bevor wir dann in unser Familienzimmer auf die Wochenstation gefahren wurden. Zu dem Zeitpunkt ging es mir wirklich so gut, ich hatte anscheinend noch so viele Endorphine in mir, dass ich von der Anstrengung gar nichts mitbekommen habe.
Im Familienzimmer angekommen hat mein Mann die restlichen Taschen aus dem Auto geholt und mich mit Essen versorgt. Ich war sehr hungrig, weil ich meine letzte Mahlzeit am Vortag hatte. Gegen Abend haben wir dann das erste Mal gewickelt, wobei uns eine Pflegerin unterstützt hat. Sie hat uns sehr schön erklärt worauf wir achten sollen und wie wir die Wickeleinheiten auf einem Formular tracken können. Dort sollten wir eintragen wann wir gewickelt haben und was für ein Windelinhalt es war. Daraufhin haben wir auch wieder versucht die Kleine anzulegen. Mithilfe der Pflegerin hat es mit dem sogenannten C-Griff gut geklappt, nur leider habe ich es alleine nicht hinbekommen. Eine andere Pflegerin hat mir deshalb ein Stillhütchen gegeben, womit es besser funktioniert hat. Ehrlich gesagt habe ich mich vorher mit dem Stillen nicht viel auseinandergesetzt und bin davon ausgegangen, dass es einfach funktioniert. Leider war dem nicht so, was mich schließlich auch sehr verunsichert hat.
Unsere Nacht war dann sehr kurz, weil wir ständig gewickelt haben, versucht haben anzulegen, getragen und beruhigt haben. In einer der Windeln war dann auch das Mekonium (Kindspech) enthalten. Es war wie schwarzer, sehr klebriger Stuhlgang. Außerdem spuckte unsere Maus ein paar Minuten später Blut auf ihren Body. Das war der erste Moment, in dem ich Angst bekommen und mir Sorgen gemacht habe. Deshalb haben wir eine Pflegerin gerufen, die uns aber schnell beruhigen konnte. Sie hat uns erklärt, dass unsere Maus das Blut beim Geburtsvorgang vermutlich verschluckt hat. Insgesamt war ich wirklich sehr froh, dass mein Mann bei mir war, wir uns abwechseln konnten und jeder etwas Schlaf bekommen hat
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Am nächsten Morgen kam eine Kinderpflegerin zu uns um das Hörscreening zu machen. Obwohl die kleine Maus geschlafen hat und die Pflegerin mehrere Versuche unternommen hat, wollte es nicht funktioniert. Diesen Test mussten wir dann einige Wochen später beim HNO Arzt wiederholen. Außerdem wurde wenig später Blut abgenommen (bei unserer Maus haben sie es am Kopf abgenommen) um unter anderem Stoffwechselerkrankungen, hormonelle Störungen und Mukoviszidose auszuschließen. Im Prinzip wurde so direkt die U1 und U2 im Krankenhaus erledigt und wir mussten uns um nichts weiter kümmern. Ich fand es sehr schön, dass wir die ganze Zeit über, auch bei den Untersuchungen bei ihr sein konnten.
Am Nachmittag wurde bei mir noch ein Ultraschall gemacht um zu sehen, ob die Plazenta komplett abgegangen war. Danach wurde noch kurz auf dem Bauch getastet um sicherzustellen, dass die Gebärmutter sich zurückzieht. Da es keine Auffälligkeiten gab, haben wir anschließend unsere Taschen gepackt und haben das Krankenhaus, welches wir als Ehepaar betreten haben, als Familie verlassen.
Ich bin sehr dankbar für die schöne Geburt und die Hilfe, die wir im Krankenhaus erfahren haben. Außerdem hatten wir das Glück, dass mein Mann kostenfrei mit im Familienzimmer übernachten durfte. Darüber kann man sich vorab auch z.B. bei der Besichtigung des Kreißsaals informieren. Eine solche Besichtigung oder einen Informationsabend zu besuchen, würde ich immer empfehlen. Ich denke, dass es einen großen Unterschied macht, wenn die Räumlichkeiten und eventuell sogar das Personal bekannt sind als wenn alles fremd ist.
Wie waren eure ersten Tage mit eurem Neugeborenen?
