Unser Start
Meine Tochter war fast 6 Monate alt, als sie alle Beikostreifezeichen erfüllt hat. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir schon genau, dass wir mit BLW starten wollen und dann einfach mal schauen, wohin die Reise uns führt. Ich habe damals angefangen eine Liste mit Lebensmitteln zu schreiben, die für den Start besonders geeignet sind. Dazu gehörte unter anderem Avocado, Brokkoli, Süßkartoffel, Banane und Brotköppchen. Da meine Tochter noch nicht selbstständig sitzen konnte, haben wir sie auf den Schoß gesetzt.
Unser erstes Angebot für sie war Avocado. Diese habe ich vorher mit dem Wellenschneider zerkleinert und ihr dann einen Stick hingehalten. Sie hat die Avocado dann in die Hand genommen, sie von allen Seiten begutachtet und in der Hand zerquetscht. Danach habe ich selber einen Stick genommen und ihr gezeigt, wie ich ihn zum Mund führe und kaue. Die Kaubewegungen habe ich ihr mit offenem Mund vorgemacht, damit sie es besser versteht. Tatsächlich hat sie das nächste Stück der Avocado dann auch zu ihrem Mund geführt und daran gelutscht. Das war es dann tatsächlich auch schon mit dem ersten Tag Beikost. An den folgenden Tagen und Wochen sind wir prinzipiell immer diesem Ablauf gefolgt, haben dabei aber unterschiedliches Gemüse, Obst oder eben Brot zum knabbern angeboten.

Stuhlgang
Ihr Stuhlgang hat sich nach ca. 1-2 Wochen verändert, weil dann kleine Mengen Nahrung im Magen angekommen sind. Der Übergang war tatsächlich etwas unschön, weil viele Windeln ausgelaufen sind. Als sich alles eingependelt hatte (ca. nach 3 Tagen) war der Stuhlgang definitiv fester als vorher der Milchstuhl. Was sich auch verändert hat, war der Geruch des Stuhlgangs. Dieser hatte nach Beikoststart sehr viele verschiedene Duftaromen. Also wundert euch nicht, wenn ihr solche Veränderungen wahrnehmt. Das ist ganz normal und gehört mit dazu.
Häufigkeit der Mahlzeiten
Mit der Zeit haben wir dann nicht nur einzelne Gemüsesticks zubereitet sondern ganze Mahlzeiten. Dazu gehört z.B. Nudeln mit Soße. Außerdem haben wir ihr nach ihrem Tempo Mahlzeiten angeboten. Das heißt, immer wenn ich das Gefühl hatte, dass sie hungrig ist, habe ich ihr Essen gegeben. Zu Beginn, war das 2 Mal am Tag und später bis zu 5 Mal. Sie hat anfangs gerne nur Frühstück und Abendbrot gegessen und nach ein paar Monaten kam dann Mittagessen und ein Snack am Nachmittag dazu. Zu jedem Essen biete ich ihr ein Glas Wasser an, dass sie mittlerweile auch alleine anhebt und trinkt. Wir haben kleine Ikea Gläßer, die sich super eignen aber es klappt auch gut mit Shotgläßern.
Gewürze und Öl
Bei der Zubereitung aller Speisen haben wir darauf geachtet immer hochwertige Öle zu verwenden. Dazu zählen beispielsweise Rapsöl oder Leinöl, weil diese einen hohen Anteil der wichtigen Omega-3-Fettsäuren enthalten. Wir haben auch schon früh Gewürze eingeführt. Hierbei haben wir darauf geachtet keine scharfen Gewürze sowie Salz oder Pfeffer zu verwenden. Bei uns kommen vorwiegend italienische Kräuter, milde Paprika oder auch Schnittlauch und Petersilie zum Einsatz. Auf den Verpackungen von fertigen Kräutermischungen sollten alle Inhaltsstoffe aufgelistet sein, so könnt ihr herausfinden ob sie Baby geeignet sind oder nicht. Mit Hilfe der Gewürze könnt ihr einfache Speisen aufpeppen und immer wieder anders gestalten.

Stillen
Ich habe meine Tochter von Geburt an gestillt, wobei wir anfangs große Schwierigkeiten hatten. Auch nach Beikoststart habe ich nach Bedarf weiter gestillt. Ich habe gemerkt, dass sie Monat für Monat immer weniger stillen wollte und es sich langsam von alleine „ausgeschlichen“ hat. Mit 10 Monaten kam dann der erste Tag, an dem wir nur nachts gestillt haben und tagsüber gar nicht. Diese Tage kamen danach immer öfter. Jetzt, einen Monat später, stillen wir an manchen Tagen 1-2 Mal oder eben auch mal gar nicht. Für uns passt das gut und wenn sie krank ist und mehr Nähe braucht, bekommt sie diese auch. Meine Milchproduktion hat sich auch von alleine super angepasst. Zuerst hatte ich Bedenken Milch im Überfluss zu produzieren und dann ständig auszulaufen oder Schmerzen zu bekommen, aber das blieb alles aus. Ich bin gespannt, wie es sich in den nächsten Monaten weiterentwickelt. Wie lief das bei euch ab?
Verunsicherungen
Es war eine sehr aufregende Zeit, als wir mit Beikost begonnen haben. Ein neuer Meilenstein und komplettes Neuland für uns und unsere Tochter. Zu Beginn haben sich bei mir immer wieder Fragen wie „Mache ich alles richtig?“, „Wird sie wirklich satt?“, „Sollte sie nicht noch mehr essen?“ oder „Bekommt sie genug Nährstoffe?“ gestellt. Mit der Zeit habe ich gelernt auf mein Gefühl und ihre Intuition zu hören. Wenn meine Tochter nicht satt werden würde, würde sie es mich definitiv laut wissen lassen. In wichtige Nährstofflieferanten habe ich mich eingelesen und versuche sie immer wieder in die Mahlzeiten einzubauen. Dazu gehören z.B. Haferflocken für Eisen oder Nussmus für gesunde Fette und Ballaststoffe. Mit diesem Wissen, war ich viel sicherer im Umgang mit der Beikost. Allgemein habe ich gelernt, dass alles was für Andere super funktioniert, nicht auch für uns klappen muss. Jede Familie und jedes Kind ist anders. Deshalb solltest du deinen individuellen Weg gehen und dir nicht reinreden lassen.
Challenge
Vor dem Beikoststart habe ich von einer Challenge gelesen, die ich ganz interessant fande. Dabei ging es darum, alle Lebensmittel aufzuschreiben, die ihr eurem Baby vor dem ersten Geburtstag anbietet. Am Ende ist das Ziel bis zu 100 verschiedene Nahrungsmittel auf der Liste stehen zu haben.
Ich habe die Liste von Beginn an geführt und sie erinnert mich daran, abwechslungsreich zu kochen. Dann hat nicht nur meine Tochter etwas davon, sondern auch wir Eltern.
Tatsächlich habe ich alles noch mit Emojis bewertet, um zu schauen wann sich ihr Geschmack mal verändert. Dann kann ich ihr in 10 Jahren erzählen, dass sie den Lachs, den sie dann vielleicht nicht mag, damals super fande.
Wie ist euer Beikoststart gelaufen?
Ich wünsche euch eine tolle Woche!
Eure Dani
